"Das E-Werk war für mich ein entscheidender Pluspunkt, als ich beschlossen habe, nach Erlangen zu ziehen."

Interview mit Kathi Mock (Moderatorin, Poetry Slammerin, Improtheater-Spielerin)

Seit wann kennst Du das E-Werk?
Vor zweieinhalb Jahren bin ich nach Erlangen gezogen. Ich kannte das E-Werk aber auch schon zuvor, weil ich hier bei Poetry Slam Veranstaltungen auf der Bühne stand. Damals vor ungefähr fünf Jahren hat mich Jan Siegert, der den Erlanger Poetry Slam ins Leben gerufen hat, als Slammerin ins E-Werk eingeladen. Ihn kannte ich damals über die Stuttgarter Poetry Slam Szene.

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Besuch im E-Werk erinnern?
Ja, daran erinnere ich mich noch ganz genau. Ich bin damals eben mit Jan Siegert und einer weiteren Künstlerin am Erlanger Bahnhof angekommen. Wir hatten sehr viele schwere Plakate dabei und haben deswegen ein Taxi genommen. Ich wusste gar nicht, dass das E-Werk so zentral und nahe am Bahnhof liegt. Als wir im Taxi saßen und dem Taxifahrer den Zielort nannten, wurde der nämlich sehr sauer, dass er wegen einer so kurzen Fahrt seine Position in der Warteschlange aufgeben musste. Als wir dann im E-Werk angekommen sind, wurden wir nach oben zur Clubbühne in den Backstage Bereich gebracht. Das war als Slammerin schon ein tolles Gefühl, weil man sehr oft auch einfach in Kneipen oder Cafés ganz ohne Bühne nur mit einem Mikro auftritt. Dann in so einem richtigen Backstage zu sitzen, war schon eine große Ehre und man fühlt sich dann auch gleich ein bißchen wichtig (lacht). insgesamt hat man sehr schnell einen Eindruck, was für ein professioneller Veranstaltungsort das E-Werk ist, auch durch die vielen Plakate im Haus, auf denen wir gesehen haben, welche Künstler hier sonst noch so auftreten. Man hat gleich gemerkt: Hier ist viel los in Erlangen.

Bist Du dann nach diesem ersten Auftritt auf der Clubbühne auch noch auf anderen Bühnen im E-Werk gestanden?
Ja, seit Januar 2015 veranstalte ich mit Nicolas Schmidt zusammen den U20 Poetry Slam in der Kellerbühne, wo ich auch mit meiner Improvisationstheater-Gruppe holterdiepolter! schon ein paar Mal spielen durfte. Beim Poetry Slam im großen Saal mit Lucas Fassnacht durfte ich ebenfalls auftreten. Doch lieber mochte ich eigentlich die Clubbühne, gerade für Poetry Slam finde ich sie ideal. Sie ist nicht so hoch und nicht so weit vom Publikum entfernt. Als Gast auf Konzerten mag ich die Clubbühne auch am liebsten: Man ist so nah dran, und so ist das Erlebnis viel intensiver als in ganz großen Hallen.

Was ist für Dich das Besondere am E-Werk?
Das fängt schon beim Gebäude und der superzentralen Lage an: Ich kenne kaum ein anderes Kulturzentrum von der Größe, das so zentral mitten in der Stadt liegt und so ein großes, vielfältiges Programm hat. Man hat das Gefühl, das E-Werk ist immer mittendrin im Geschehen der Stadt. Hier ist immer was los. Man kann auch einfach nur in die Kellerbühne gehen und was essen oder im Sommer im Garten sitzen. Gefühlt ist das E-Werk in Erlangen für mich ein zweites Wohnzimmer, weil ich wirklich ständig hier bin. Es gibt fantastische große Shows hier und trotzdem ist die Atmosphäre sehr gemütlich, fast familiär.

Was war Dein schönstes Erlebnis im E-Werk?
Als Gast war mein persönliches Highlight das Eat This Festival vor zwei Jahren. Einfach richtig großartig! Ich stand in der Clubbühne in der ersten Reihe, danach waren wir noch bis in die Nacht tanzen im Tanz-Werk, zwischendurch immer wieder im Garten, weil das dieser heiße Sommer war. Auch das Konzert von Schnipo Schranke dieses Jahr war super. Und beim Puls Festival 2015 habt ihr im E-Werk Ecken geöffnet, die ich noch gar nicht kannte.

Was hat das E-Werk für einen Stellenwert für Erlangen?

Für mich ist das E-Werk der Puls dieser Stadt. Es liegt absolut zentral, jeder kennt das E-Werk, jeder geht da hin und das zu ganz unterschiedlichen Veranstaltungen: Sei es 90er Party, Poetry Slam, Pecha Kucha oder Big Kevs Kneipenquiz. Es ist der zentrale Anlaufpunkt in Erlangen. Wenn das E-Werk nicht da wäre, würde in Erlangen ein wichtiges kulturelles Zentrum und Vielfalt fehlen. Für mich ich persönlich war das E-Werk damals ein großer Pluspunkt für Erlangen, als ich mich entschieden habe, hier herzuziehen.

Was wünschst Du dem E-Werk zum Geburtstag?
Ich wünsche Euch, dass Ihr auf jeden Fall weiter machen könnt, denn man weiß ja, dass es im Kulturbereich generell finanzielle Schwierigkeiten gibt. Ich wünsche Euch, dass Ihr nicht zu hart kämpfen müsst, um weitermachen zu können, sondern Euch lieber auf Euer Kulturprogramm konzentrieren könnt. Es gibt ja im E-Werk auch viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt oder mit sehr niedrigen Eintrittsgeldern. Das ist sehr wichtig, damit sich zum Beispiel auch Schüler*innen Kulturveranstaltungen leisten können. Die Mitarbeiter*innen, Auszubildenden und Praktikant*innen stecken wahnsinnig viel Energie und Leidenschaft in ihre Arbeit, was definitiv stärker gewürdigt werden muss. Und es wäre auch schön, wenn die laute Lüftung im Saal repariert werden könnte (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!