"Das E-Werk ist für viele Erlanger eine Herzensangelegenheit."

Interview mit Dr. Florian Janik (Oberbürgermeister der Stadt Erlangen)

Wie lange kennen Sie das E-Werk schon?
Schon sehr lange! Ich bin ja in Erlangen geboren und aufgewachsen. Ich kenne das E-Werk eigentlich schon seit meiner Kindheit. Natürlich nicht ganz von Anfang an: Vor 35 Jahren, als das E-Werk in der Form entstand, war ich ja gerade einmal zwei Jahre alt. Aber das E-Werk gehört für mich schon immer fest zur Stadt dazu und ich bin quasi mit dem E-Werk aufgewachsen.

Können Sie sich an Ihren ersten Besuch im E-Werk erinnern?

Richtig angefangen, regelmäßig ins E-Werk zu gehen, habe ich als Schüler. Da war ich immer auf den KEMÖF-Partys, die von der Stadt SMV organisiert wurden. Der Name ist eine Abkürzung und bedeutet: Kein Erlanger mag öde Feten (lacht). Gibt es die eigentlich noch? Das war die Zeit, in der ich richtig oft im E-Werk war. Davor war ich wahrscheinlich auch schon dort. Das weiß ich aber nicht mehr so genau.

Was ist für Sie das Besondere am E-Werk?
Ich finde, das E-Werk ist wahnsinnig vielfältig. Es gibt ein ganz breites Programm, bei dem sich auch viele verschiedene Menschen wiederfinden können. Das reicht von der Töpfergruppe, der Fahrradwerkstatt oder der Kinogruppe bis hin zu den großen Konzerten, Partys und Kulturevents. Es ist also wirklich für jeden etwas dabei. Und mittlerweile spricht das E-Werk auch eine sehr große Altersspanne an. Als ich anfing, ins E-Werk zu gehen, hat sich das Angebot noch vor allem an junge Leute gerichtet. Das war zumindest damals meine Wahrnehmung. Jetzt habe ich den Eindruck, auch die ersten E-Werk Besucher sind gemeinsam mit dem E-Werk älter geworden und kommen immer noch gerne hier her. Diese Menschen finden immer noch ein Programm, das sie anspricht. Genau wie die neue Generation. Das E-Werk ist schon ein ganz besonderes Kulturzentrum, nicht nur für die Stadt. Es ist auch weit über die Stadtgrenze hinaus eines der großen Zentren für Kultur in Nordbayern.

Sind Sie auch jetzt noch ab und zu im E-Werk zu Gast?
Ja, ich komme immer wieder gerne ins E-Werk. Zuletzt war ich bei den beiden Podiumsdiskussionen zu den Bürgerentscheiden, die von den Erlanger Nachrichten organisiert wurden. Beim Weekend of Fear war ich zur Ehrenbriefverleihung an Mike Neun im E-Werk. Und jetzt komme ich natürlich zum Jubiläum und zur Eröffnung des neuen Jugendtreffs, der neuen Fahrradwerkstatt und des E-Werk Gartens. Ich finde, nach den langen Bauarbeiten ist das jetzt richtig schön geworden. Natürlich muss noch die Baustelle der Stadtwerke fertig werden und die Bäume im Garten müssen noch etwas wachsen. Aber ich finde, da ist ein sehr Ort mit viel Flair entstanden.

Was war Ihr schönstes Erlebnis im E-Werk?

Das war eigentlich kein einzelnes Erlebnis, sondern eine besonders schöne Zeit, die ich mit dem E-Werk verbinde: Als ich 18 Jahre alt war, habe ich selbst eine ganze Weile im E-Werk ehrenamtlich mitgearbeitet. Ich bin zur Erlanger Rockmusik Initiative dazu gestoßen und war ungefähr zwei Jahre lang sehr intensiv dabei. Wir haben das damalige Newcomer Festival mitorganisiert, das es ja bis heute noch gibt. Das war eine unglaublich schöne Zeit für mich, die mich auch sehr geprägt hat. Viele Freunde von mir haben auch mit geholfen. Auf der ehrenamtlichen Seite im E-Werk aktiv zu sein, hat mir großen Spaß gemacht.

Welchen Stellenwert hat das E-Werk für Erlangen?
Das ist schnell zu beantworten: Das E-Werk liegt im Herzen der Stadt und ich glaube, es ist auch gleichzeitig für sehr viele Erlangerinnen und Erlanger eine wirkliche Herzensangelegenheit. Ganz viele verschiedene Menschen finden aus völlig unterschiedlichen Anlässen ihren Weg ins E-Werk. Und mittlerweile verbindet das E-Werk ja wiegesagt auch ganze Generationen miteinander.

Was wünschen Sie dem E-Werk zum 35. Geburtstag?

Ich wünsche dem E-Werk, dass es so gut weiterarbeiten kann wie bisher. Dazu gehört auf der einen Seite, dass das im E-Werk-Team weiterhin so gut läuft, wie es das seit langem tut. Auf der anderen Seite gehört dazu aber auch die angemessene Unterstützung durch die Stadt. Hier bin ich auch zuversichtlich, dass wir das gut gemeinsam hinbekommen werden